Privates Fernstudium in Deutschland feiert 30-jähriges Jubiläum
In diesem Jahr feiert das private Fernstudium in Deutschland sein 30-jähriges Jubiläum. 1981hob die AKAD die neue Weiterbildungsform aus der Taufe. Zu dieser Zeit nahm die erste der mittlerweile vier AKAD Hochschulen in Rendsburg ihren Betrieb auf.
Heute gehört das private Fernstudium zu einer der beliebtesten Weiterbildungsformen in Deutschland. Vor allem in den vergangenen Jahren haben die privaten Hochschulen hierzulande einen nahezu ungeahndeten Höhenflug erlebt. Nach Einschätzungen der AKAD wird dieser auch in den kommenden Jahren anhalten. Demnach wird sich das Fernstudium zum Bildungsmodell der Zukunft entwickeln. Dazu tragen die Bologna-Reform und die demografische Entwicklung bei. Doch auch die Durchlässigkeit wird dem Fernstudium weiter zu Gute kommen.
Mittlerweile streben bundesweit rund 35.000 Menschen an privaten Hochschulen einen akademischen Abschluss an. Die Mehrzahl davon bewältigt diesen im Rahmen eines berufsbegleitenden Fernstudiums. Nach Angaben der Fernunterrichtsstatistik bilden sich in Deutschland sowohl im akademischen als auch im nichtakademischen Bereich jedes Jahr rund 400.000 Menschen im Rahmen des Fernunterrichts weiter. Besonders geschätzt wird von den Teilnehmern die zeitliche Flexibilität.
Österreichische Fernstudien-Anbieter verzeichnen steigende Teilnehmerzahlen
Obwohl ein Fernstudium mit einem hohen Maß an Selbstdisziplin einhergeht, erfreut es sich einer zunehmenden Beliebtheit. Dieser Trend zeigt sich nicht mehr nur in Deutschland. Auch in Österreich verzeichnen die Fernstudien-Anbieter eine kontinuierliche Steigerung bei den Teilnehmerzahlen. Wie der größte Anbieter des deutschen Nachbarlandes jüngst erklärte, könnte sich die Zahl der Absolventen im Bereich des Fernstudiums in den kommenden Jahren verdoppeln.
In Österreich ist die Anzahl der Fernstudien-Anbieter nicht gering. Dies lässt sich auch mit Blick auf Oberösterreich erkennen, wo drei Anbieter um Teilnehmer für die eigenen Studiengänge werben. Viele österreichische Anbieter setzen dabei auf eine enge Kooperation mit den Fernschulen in Deutschland.
So arbeitet das Zentrum für Fernstudien der Johannes Kepler Uni mit der deutschen Fern-Uni in Hagen zusammen. Des Weiteren besteht zwischen dem Berufsförderungsinstitut und der Fern-Fachhochschule in Hamburg eine enge Zusammenarbeit. In Österreich soll es mit Blick auf die Anbieter von Fernstudien zu einer Änderung des Gesetzestextes kommen. Davon betroffen sind vor allem die Privatunis. Sie sollen künftig eine Kooperation mit öffentlichen Hochschulen eingehen müssen. Aufgrund der Änderung fürchten viele Privatunis im Land derzeit um ihre Existenz.
Neues Weiterbildungsgesetz wird im hessischen Landtag beraten
In den vergangenen Tagen wurden im hessischen Landtag über ein neues Weiterbildungsgesetz beraten. Das neue Gesetz soll das Bestehende in entscheidenden Punkten ergänzen. Wie die Kultusministerin Hessens erklärte, soll der Kern der Novelle an das bereits bestehende Weiterbildungsgesetz angeknüpft werden. Dieses wurde im Jahr 2006 einstimmig von dem Landtag des Bundeslandes verabschiedet.
Ziel des neuen Gesetzes ist es Anpassungen vorzunehmen. Diese sind nach Aussagen der Kultusministerin erforderlich. Grund dafür sind die Entwicklungen, die sich in der Weiterbildungslandschaft Hessens vollzogen haben. Des Weiteren soll durch das neue Gesetz der Handlungsspielraum erweitert werden, der öffentlichen und freien Trägern bei der Weiterentwicklung des Lebensbegleitenden Lernens zur Verfügung steht.
Das Weiterbildungsgesetz soll nach bisherigen Angaben mehrere Änderungen umfassen. Ein wichtiger Punkt bezieht sich auf das strategische Bündnis HESSENCAMPUS. Dieses soll durch die Novelle auf rechtlich sichere Füße gestellt werden. Als Option war ein Verbund von Beruflichen Schulen, Schulen für Erwachsene und Volkshochschulen im Gespräch.
Als Bestandteil des neuen Gesetzestextes soll auch die Förderung der Weiterbildungsbeteiligung von Erwachsenen definiert werden. Diese soll künftig die Aufgabe von Weiterbildungseinrichtungen sein.
BBB kritisiert Entwicklung bei Förderung beruflicher Weiterbildung
Mit kritischen Worten hat sich der Bildungsverband BBB mit der Entwicklung bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung auseinandergesetzt und weist im Rahmen dessen auf eine falsche Weichenstellung hin. Obwohl der Fachkräftebedarf allseits bekannt ist und entsprechend diskutiert wird, lässt sich bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung eine rückläufige Entwicklung erkennen.
Dadurch können vor allem Langzeitarbeitslose nicht von den Chancen, die der Aufschwung auf dem Arbeitsmarkt mit sich bringt, profitieren. Sie benötigen oft eine entsprechende Weiterbildung, um wieder ins Berufsleben einsteigen zu können. Nach Einschätzungen des BB zeigt sich anhand des Fachkräftebedarfs deutlich, dass es an der Zeit ist, eine Qualifizierungsoffensive auf den Weg zu bringen.
Aktuell zeigt sich in Deutschland jedoch eine gegenteilige Entwicklung. Von Januar bis Mai ist die Zahl der Personen, die mit einer Qualifizierungsmaßnahme begonnen haben, kontinuierlich gesunken. Betroffen davon sind sowohl Personen, die vom BA als auch von den Argen betreut werden. Durchschnittlich haben pro Monate 26.300 Personen mit einer entsprechenden Qualifizierungsmaßnahme begonnen. 2010 handelte es sich im Vergleichszeitraum noch um rund 43.800 Personen.